Dienstag, 4. September 2012

Gala lírica im Teatro Colón – und das beste: Freikarten



Gestern habe ich es endlich geschafft, das Teatro Colón zu besuchen. Das über hundert Jahre alte Gebäude ist wirklich beeindruckend und wurde nach langen Renovierungsarbeiten erst 2010, mit zweijähriger Verspätung nicht wie geplant zu seinem 100-jährigen Jubiläum, immerhin aber zur 200-Jahr-Feier der argentinischen Unabhängigkeit, wiedereröffnet.

Wir hatten Stehplatzkarten ganz oben im 7. Stock, genannt „Paraíso“, und konnten so eine wunderbare Aussicht von oben auf das Geschehen genießen. Das Konzert, das wir uns anhörten, wurde zur Feier der Beziehungen zwischen Südkorea und Argentinien gespielt, weswegen bestimmt das halbe, übrigens sehr gut gefüllte Theater, voller Koreaner war, die aufgeregt hin und her liefen und kein Wort von dem verstanden, was die argentinischen Platzanweiser ihnen mitzuteilen versuchten.



Wir hörten folgendes Programm:

Beethoven: Obertura „Coriolano“, Op. 62
Adam: „Ah! Vous dirais-je Maman” (“El torero”)
Verdi: “Caro Nome” (Rigoletto)
Donizetti: “Una furtiva lágrima” (“L’elisir d’amore”)
Tchaikovski: “Kuda, Kuda vi udalilis” (Evgueni Onieguin”)
Lehár: “Lippen schweigen” (“La viuda alegre”)
Offenbach: “Can Can” (“Orfeo en los infiernos”)
Les oiseaux dans la charmille (“Los cuentos de Hoffmann”)
Ahn: “Ari Arirang”,

sowie zahlreiche Zugaben.

Die koreanische Solistin Sumi Jo sang ja wirklich schön, allerdings trug sie ein Kleid, so was habe ich noch nie gesehen, das war wirklich, nun ja, sagen wir mal: amüsant. Es war rosa, bodenlang und glitzerte und flimmerte bei jeder Bewegung. Ein ebenfalls rosafarbener Schleier gehörte wohlgemerkt auch noch dazu, oh je. Außerdem war es erstaunlich bis nervig, dass das Publikum seine Begeisterung nicht im Zaum halten konnte, und so jeglicher Schlusston in begeistertem Applaus unterging. Und manchmal nicht nur der Schlusston…vielleicht lag das aber auch an dieser „Gala“ und ist sonst nicht so schlimm, ich muss sagen, ich hoffe es beinah.







Jedenfalls werde ich meine Augen jetzt immer offenhalten, um bald wieder an billige oder sogar kostenlose Eintrittskarten zu kommen, schon allein, weil das Gebäude einfach herrlich ist und die Akustik wirklich überwältigend.


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